Studium und Beruf unter einem Hut, wie klappt das?! Meine Erfahrungen und Tipps

Meine Arbeit als Pflegefachfrau begann ich 2007 mit einer dreijährigen Ausbildung. Nach diesen drei Jahren wollte ich nichts mehr tun, ich dachte weiter machen? Niemals. Doch wie es so kam, begann ich schon 2011, ein Jahr nach meinem Beginn in der „richtigen“ Arbeitswelt, mit einer weiteren Ausbildung.

In diesem Jahr der ausschliesslichen 100% Arbeit merkte ich, dass ich doch gerne etwas mehr machen wollte und begann dann meine Ausbildung zur Wundexpertin. Diese dauerte ein Jahr und ich konnte sie zusätzlich zu meinem Beruf absolvieren. Ich beendete diese Ausbildung 2012. Seit diesem Abschluss arbeite ich, zu ein paar Prozent, zusätzlich zu meiner Arbeit als Pflegefachfrau, als Wundexpertin im Krankenhaus.

Nach dieser Ausbildung, brauchte ich wieder eine Pause, um mich zu erholen, Dinge zu machen, auf die ich teilweise verzichten musste und zum Einarbeiten in meine neue Aufgabe. Ich arbeitete also wieder ohne daneben eine Schule zu besuchen. In dieser Erholungszeit trat ich dann in ein Team ein, welches sich um die Weiterentwicklung der Pflege im Krankenhaus kümmert. Durch diese Arbeit, hatte ich einen Einblick, was eine Pflegeexpertin und ein Pflegeexperte tut und so kam es dazu, dass ich dann ein berufsbegleitendes Studium der Pflegewissenschaften begann. Jetzt sah ich, dass ich mich mit der Zeit verändert habe, von Nein niemals wieder etwas lernen, zu einer grossen Motivation das Studium zu absolvieren.

Das Studium dauerte zwei Jahre, intensive aber interessante Jahre und solche, die stets Spass gemacht haben. Ein Studium neben der Arbeit zu machen, war für mich eine Herausforderung. Das Studium war intensiver als die Ausbildung zur Wundexpertin, welche ich ebenfalls neben dem Berufsalltag absolvierte. Das Intensivere am Studium war, dass ich immer an zwei Tagen in der Woche wieder die Schulbank drücken und daneben noch lernen, Arbeiten schreiben und andere Dinge vorbereiten musste.

Wie ich das „überlebt“ habe? Eigentlich ganz gut. Ich muss sagen, dass ich mir schlimmere Zeiten ausgemalt habe und vielleicht hat mir genau das geholfen, meine Ausgeglichenheit beizubehalten. Ich habe es also für mich gut gemeistert und konnte meine Zeit vom Studium geniessen. Einige von Euch stecken vielleicht in einem Studium oder möchten eines absolvieren, sei es ein Vollzeitstudium oder auch ein berufsbegleitendes Studium, so wie ich es gemacht habe.

Ich möchte gerne meine Erfahrungen und Tipps mit Euch teilen, damit Ihr diese in Eurer Situation vielleicht auch anwenden könnt. Die Tipps sind alle meine Eigenen, es gibt also keine Recherche dahinter, ob diese Tipps wirklich zum Ziel führen.

1. Das Ganze auf sich zukommen lassen

Die Entscheidung, mich zum Studium anzumelden traf ich schnell, ich habe mich informiert und dann angemeldet. Die Aufnahme beinhaltete eine Aufnahmeprüfung, welche ich dann nervös antrat. Tatsächlich klappte es und ich freute mich sehr. Auf die Aufnahmeprüfung konnte ich mich nicht vorbereiten und da merkte ich, dass ich das Ganze auf mich zukommen lassen muss. Diese Einstellung behielt ich bei, den ersten Tag liess ich auf mich zukommen, die erste Prüfung ebenfalls. Klar bereitete ich mich so gut wie möglich vor, doch ich versuchte mich nicht zu stressen. Für mich war dies ein wichtiger Punkt und ohne oder mit nur wenig Stress geht es einfach besser😄

2. Sich selbst keinen Druck machen

Dieser Punkt deckt sich sehr mit dem Ersten. Für mich machte es die Zeit des Studiums angenehm, dass ich mir selbst keinen Druck machte. Ich setzte mich nicht unter Druck, unbedingt mit sehr guten Noten durchzukommen. Ich strengte mich natürlich an, doch für mich war es gut, wenn ich die Prüfungen und Arbeiten bestanden habe und darüber freute ich mich immer und konnte dann wieder einen Hacken an einen Abschnitt machen. So kam ich Schritt für Schritt zum Ziel.

3. Für sich gute Lernmöglichkeiten finden

Meine Schulzeit lag nun wieder ein paar Jahre zurück, dazwischen noch ein Jahr Ausbildung zur Wundexpertin, in welchem ich ebenfalls lernen musste. Trotzdem hatte ich das Gefühl, das Lernen wieder verlernt zu haben 😄. Gut dann war es halt so, dachte ich mir und so musste ich wieder lernen zu lernen 😄. Die Studieninhalte befanden sich alle auf einer Plattform im Internet und so gewöhnte ich mir an, alles auf meinem Computer zu bearbeiten. Ausdrucken, war mir Erstens zu mühsam und Zweitens wollte ich auch nicht so viel Papier mit mir herumschleppen. Also gewöhnte ich mich ans Lesen der Dokumente auf dem Bildschirm und auf das Notieren mit der Tastatur. Anfangs war ich noch wirklich langsam. Das Ganze während einer Vorlesung abtippen war Anfangs wirklich anstrengend. Doch je mehr ich es tat, um so schneller wurde ich. Das Lernen auf die Prüfungen und alle anderen Aufgaben, machte ich meist zu Hause oder auf der einstündigen Zugfahrt am Morgen. Abends im Zug gönnte ich mir eine Erholungspause, um mich danach zu Hause nochmals an die Schulsachen zu setzen, je nachdem was gemacht werden musste.

Die Orte, an welchen ich meine Schularbeit erledigte, waren entweder mein Schreibtisch oder das Sofa, auf welchem ich zugegebenermassen mehr Zeit verbrachte. An den Sommertagen oder -abenden, welche ich mit dem Lernen verbringen musste, richtete ich mir mein Openair Büro auf der Terrasse ein 😊

Die Art wie ich gelernt habe, hat sich je nach Thema in drei Kategorien aufgeteilt, 1. Zusammenfassungen, 2. Lesen und 3. Lernkarten schreiben. Die Lernkarten schrieb ich nur, wenn es Themen waren, bei denen z.B. Worte übersetzt werden mussten wie bei Sprache und Anatomie. Für den Rest wäre das für mich ein zu grosser Zeitaufwand gewesen. Die Zusammenfassungen und Notizen entstanden schon während den Vorlesungen und so konnte ich diese nur noch als Prüfungsvorbereitung durchlesen. Mein Lernkonzept, hat für mich so geklappt und darum habe ich es die zwei Jahre beibehalten.

4. Zeit einteilen und nutzen

Die Zeit verfliegt ja sonst im Leben oft viel zu schnell und insbesondere die zwei Jahre des Studiums verflogen blitzschnell. Zwei Jahre waren im Nu vorbei.

Während des Studiums hatte ich stets viel zu erledigen, Hausaufgaben, Arbeiten schreiben und lernen. Zudem arbeitete ich natürlich noch nebenbei, habe Freunde und Familie 😄. Na gut, dies alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach aber trotzdem machbar. Zuerst einmal habe ich eine tolle Familie und tolle Freunde die mich stets unterstützt haben, das war eine grosse Erleichterung. Niemand nahm es mir übel, wenn ich mal keine Zeit hatte und zu Hause lernen musste. Aber das Wichtigste war, dass ich trotz den zu erledigenden Aufgaben, noch Zeit eingeplant habe und mir Ausgleiche zum Studium und zum Beruf schuf.

Dazu war es für mich wichtig, meine Zeit sinnvoll zu nutzen. Ich versuchte, das zu erledigen, was ich musste aber mir auch Pausen zu gönnen, in denen ich mich anderen Dingen widmen konnte. Die Zeit zu nutzen, war aber natürlich teilweise auch schwierig. Ich weiss nicht, ob ich alleine damit bin, aber während des Lernens kommen einem die besten Ideen. Man sieht Staub in den Ecken, welcher es zu putzen heisst, möchte gerne neue Bastelideen ausleben, Sport treiben, alle Fenster putzen und vieles mehr. Vor allem Dinge, die man sonst nicht unbedingt gerne macht werden extrem interessant, z.B. Fenster putzen. Aber das musste ich unterdrücken, habe es aber auch mal gemacht in den Pausen 🙈. Ja ich habe tatsächlich meine Pausen teilweise fürs Putzen verwendet und fand es richtig entspannend 😄.

Um die Zeit zum Lernen gut und vor allem richtig zu nutzen, schrieb ich mir immer eine To-Do Liste und plante meine Lernzeiten. Diese konnte ich auch gut anwenden und hielt mich grösstenteils an meinen Plan.

5. Ausgleich schaffen

Meine Ausgleiche schuf ich mir mit Pausen zwischen dem Lernen. Die meiste Zeit tat ich Dinge die ich gerne mache. Ich traf mich mit Freunden, unternahm Ausflüge, begann Kalligraphie zu schreiben, strich meine Möbel usw.

Doch die besten Ausgleiche waren die Ferien. Vor allem eine Reise bleibt mir stets in Erinnerung. Diese werde ich für immer mit der Zeit meines Studiums verbinden. Es war ein „kleiner Trip“ auf die Malediven. Wir reisten an einem Abend nach einem Tag an der Fachhochschule ab. Ich setzte mich nach dem Unterricht in den Zug und fuhr an den Flughafen Zürich. Dort traf ich meine Mutter und meinen Freund. Meine Mutter brachte meinen Koffer mit und nahm dann meine Schulsachen wieder mit nach Hause. So konnte die Reise mit meinem Freund auf die Trauminsel losgehen. Das erste Mal Malediven und wir freuten uns sehr. Angekommen auf der Insel, stellte sich mit dem ersten Schritt auf den Sand die absolute Entspannung ein. Dieser Ausgleich, war der Beste in den ganzen zwei Jahren. Wir haben die sechs Tage im Paradies extrem genossen.

6. Hilfe annehmen

Das Wichtige in dieser Zeit, in der ich studierte, war die Hilfe aus meinem Umfeld. Meine Familie, mein Freund und meine Freunde, waren in dieser Zeit eine grosse Stütze. Ich konnte mich zu 100% auf sie verlassen. Die Hilfe die ich bekam, nahm ich gerne an und bin extrem dankbar, diese erhalten zu haben. Danke an Alle❤️

7. Durchhalten

Durchhalten, das ist das Geheimnis. Neben allen anderen Punkten, geht das Ganze nur, wenn das Studium durchgehalten und durchgezogen wird. Das Studium war für mich eine sehr lehrreiche und interessante Zeit. Es hat mich weitergebracht, im Denken und Handeln in meinem Beruf aber auch im Privatleben. Ein Studium bedeutet immer Aufwand und die Tatsache, dass man Zeit aufwenden muss, um daran zu Arbeiten ein Studium abzuschliessen, muss man sich bewusst sein. Es ist eine Fleissaufgabe und meiner Meinung nach, kann es jeder schaffen, wenn er oder sie es tun möchte. Wer den Durchhaltewillen hat und fleissig ist wird es meistern. Wenn ich das schaffe, können das auch Andere 😊

Vielleicht haben einige von Euch nun ebenfalls Lust ein Studium zu beginnen, tut es denn es kann Euch nur weiterbringen. Haltet es durch, lernt daraus und vielleicht helfen Euch einige meiner Erlebnisse und Tipps.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag

Liebe Grüsse

Meli

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