Hobbyschreinerei: Ein Hochbeet entsteht

Im Sommer hatte ich eine Idee und wenn ich diese im Kopf habe dann versuche ich das umzusetzen… Natürlich😄. Dieses Mal wollte ich mehr Grün auf unsere Dachterrasse bringen.

Um mein Vorhaben in die Tat umzusetzen benötigte ich Ideen, wie ich Pflanzen auf die Terrasse bringen kann und wie sie gut wachsen können. Also habe ich im Internet gestöbert und auch im Alltag die Augen offen gehalten und so Ideen zusammengetragen.

Dann stand es fest, ein Hochbeet auf Füssen sollte es sein😄 Mein Freund habe ich natürlich auch ins Boot geholt, denn alleine konnte ich keine Box „basteln“. Er war so lieb und machte mit. Ich weiss nicht, ob er da schon wusste auf was er sich einliess 🙈

Soweit so gut, also begann ich mit einer Zeichnung und dem Messen. Anfangs sollte die Box meiner Meinung nach in L-Form gebaut werden. Jedoch änderten wir unsere Meinung schnell und einigten uns auf eine Box mit den Massen 200x60x60 cm.

Nun beschreibe ich hier wie wir bei unserer Hochbeet Variante vorgegangen sind. Es ist wie gesagt „unsere“ Variante, das heisst eine nach verschiedenen Ideen zusammengellte und noch spontan angepasste Variante 😄. Aber vielleicht kann unser Hochbeet auch eine Idee für euer Eigenes sein 😄. Mein Blogpost stellt keine perfekte Anleitung dar, sondern ist eher ein Erfahrungsbericht mit Höhen, Tiefen und einem Happyend 😄

Die Zeichnung und Materialauswahl

Die Zeichnung skizzierte ich auf einem Blatt Papier, habe auf der Terrasse gemessen, wie gross es sein soll und das so übertragen.

Für die Aussenwände wollten wir Douglasien Bretter nehmen, die scheinen laut Internet, wetterbeständig zu sein und werden normalerweise für Terrassenböden verwendet. Zudem haben sie eine für mich schöne Struktur. Für den Boden des Hochbeets überlegten wir eine normale Holzplatte zu nehmen und entschieden uns dann im Baugeschäft für eine etwa 4-5 cm dicke Holzplatte. Es stellte sich dann aber raus, dass diese zu dünn war, denn in die Box kamen schlussendlich insgesamt etwa 200kg Steine und Erde. Der Boden bog sich ein wenig durch und wir mussten ihn dann, nach etwa 1 Woche, mit Üton Steinen unterlegen.

Deshalb würde ich jetzt zu einer dickeren Platte als Boden raten und noch mehr Beine auf dem Boden befestigen, damit das Gewicht noch mehr verteilt wird.

Um die Wände befestigen zu können, planten wir jeweils in den Ecken und an der 200 cm langen Seite zusätzlich mittig eckige, etwa 10×10 cm Dachlatten mit einer Höhe von 60 cm.

Verwendetes Material:

⁃ Holzplatte 60×200 cm für den Boden
⁃ Dachlatten 60 cm hoch und etwa 10×10 cm dick
⁃ Douglasiendielen 8 Stück 200 cm lang
⁃ Douglasiendielen 8 Stück 60 cm lang
⁃ Douglasiendielen 2×200 cm und 2×30 cm (für den Abschluss oben auf dem Hochbeet)
⁃ Standfüsse 8 Stück (für eine bessere Verteilung des Gewichts noch 4 zusätzliche Standfüsse mittig an der Bodenplatte anbringen)
– Standfüsse 2 Stück mit Loch als Abflüsse
⁃ Holzschrauben 6 Stück ca. 10 cm lang, für die Befestigung der Dachlatten
⁃ Holzschrauben 50 Stück ca. 5cm lang. Für die Befestigung der Douglasiendielen
⁃ Teichfolie ca. 10 m2
⁃ Elektrotacker
⁃ Akkuschrauber
⁃ Bohrer mit Lochsäge-Aufsatz, um ca 5 cm Durchmesser Löcher für die Abflüsse zu bohren
⁃ Kreissäge oder andere Säge
⁃ Wetterschutzfarbe 750 ml (Farbe nach Wahl, in unserem Fall Anthrazit)
⁃ Silikon Dichtstoff transparent oder in der Farbe der Wetterschutzfarbe
– Wasserwaage

2. Das Einkaufen

Wir kauften unser gesamtes Material, inklusive einer Standkreissäge und Schrauben, in einem üblichen Baumarkt. Die Materialien gibt es überall und auch die Vorgehensweise und die Probleme beim Einkaufen sind wahrscheinlich die Gleichen😄.

Es war Wochenende und es war ein heisser Tag, das muss vorab gesagt werden 😄.

Oberorganisiert mit der Skizze und der Einkaufsliste gingen wir hinein in den Baumarkt. Es lief wie geschmiert, wir fanden auf Anhieb die Holzplatte, die wir für den Boden verwenden wollten, suchten uns eine aus und liessen diese auf 200×60 cm zuschneiden. Nach dem Bodenzuschnitt, ging auf gefühlten 200 mio. m2 die Suche nach den Douglasiendielen los… gesucht und gesucht und nichts gefunden.. toll.. aber die Motivation haben wir nicht verloren, noch nicht😄. Da wir die Douglasiendielen nicht fanden, gingen wir auf die Suche nach einem der kompetenten Mitarbeiter aber auch die nicht auffindbar oder vertieft in Beratungen anderer Hobbyhandwerker.

Also gut, auf uns alleine gestellt ging die Wanderung weiter durch den Baumarkt.

Endlich fand ich einen elektronischen Berater namens Kunden-PC. Dieser sagte mir dann, dass die Douglasien und die Dachlatten in einem anderen Gebäude zu finden sein sollten.

Ok gut, wir verschoben die Holzmaterialien-Beschaffung auf später und widmeten uns den in diesem Gebäude beherbergten Schrauben. Um Himmels Willen, ich bog in den Schraubengang ein und der war auf etwa 20 Metern voll mit verschiedenen Schrauben. Wir liefen vorbei an den kleinen Schrauben für die Wände, vorbei an Dübeln und anderen Spezialschrauben. Ganz am Ende fand mein Freund die Holzschrauben und sammelte die, welche wir benötigten zusammen. Im Nebengang fanden wir die Füsse. Da lief es wieder rund und wir waren froh.

Zum Schluss suchten wir noch die Teichfolie für die Innenauskleidung, damit das Holz der Box von innen trocken bleibt. Auch die fanden wir und konnten sogar auf die Hilfe eines Mitarbeiters zählen. Zusätzlich besorgten wir uns noch eine Kreissäge, um die Bretter auf Gärung (45 Grad Winkel) zu sägen. Das mit der Gärung haben wir dann doch nicht gemacht. Aber die Säge half uns auch, die Bretter exakt gerade zuzuschneiden.

Nun hatten wir alles, ausser das Holzmaterial. Wir gingen ins andere Gebäude, eher ein offenes Lager, in welches man gleich mit dem Auto reinfahren konnte. Dank des Kunden-PC wussten wir bereits, welche Bretter wir wollten und steuerten gleich drauf zu, suchten die Bretter raus und fingen an das Auto zu beladen. Schlussendlich nach grosser Mühe und der Suche nach kürzeren Dachlatten, da die ersten die wir gefunden haben zu lang waren und die Sägen dort nicht funktionierten🙈. Ja, in dem Baumarkt funktionierten die Sägen nicht…

Dann hatten wir alles untergebracht und fuhren nach Hause, froh dass alles Platz hatte und jetzt schon müde vom Einkaufsmarathon

3. Das Bauen des Hochbeets

Als wir zu Hause ankamen stand uns das Hochtragen der Materialien bevor, wir machten uns gleich dran und schleppten die Materialien bis hoch unters Dach. Danach liessen wir die Materialien liegen und verschoben das Bauen auf den nächsten Tag.

Am nächsten Tag waren wir wieder ausgeruht und motiviert. Wir fingen an das Hochbeet zusammenzubauen, zu sägen und zu schrauben.

-1. Vertikale Dachlatten an das Holzbrett für den Boden schrauben. In jeder Ecke und an den langen Seiten auch noch in der Mitte je eine Dachlatte befestigen.

-2. Füsse von unten an den Boden schrauben, jeweils ein Standfuss unter eine Dachlatte

-3. Douglassiendielen zuschneiden 8×200 cm und 8×60 cm, wenn man das nicht schon im Baumarkt machen liess

-4. Douglasiendielen gerade horinzontal an die Dachlatten anbringen, dafür eine Wasserwage zur Hand nehmen und mit jeweils einer Schraube pro vertikaler Dachlatte festschrauben. Das ergibt an der längsseite je drei Schrauben pro Douglasiendiele.

-5. Das solange wiederholen bis alle Douglasiendielen verschraubt sind und die Douglasiendielen bis oben reichen. Zwischen den Douglasiendielen keine Lücken lassen.

4. Die Abflüsse und das Anbringen der Teichfolie

Nachdem die Box steht und alles gut verschraubt ist, muss die Teichfolie ausgebreitet und vorsichtig ins Hochbeet gelegt werden. Beim einlegen der Folie unbedingt darauf achten, dass sie nicht reisst und locker im Hochbeet liegt. Immer einplanen, dass noch Steine und Erde ins Hochbeet gefüllt werden und die Folie nicht gespannt sein sollte, damit sie unter der Last auch später nicht reisst.

Nachdem die Teichfolie in der Kiste liegt, diese noch über den Rand des Hochbeets legen und auf der oberen Kante der obersten Douglasiendiele antackern.

Damit keine feuchte Kammer in der Erde entstehen kann, haben wir zwei Löcher in die Holzplatte des Bodens gebohrt, mit einem etwa 3cm grossen Durchmesser. Danach haben wir oberhalb dieser Löcher jeweils einen kleinen Schlitz in die Teichfolie geschnitten. Durch die so entstandenen Löcher haben wir dann jeweils einen Standfuss hineingesteckt. Unsere Standfüsse sind innen hohl und so kann übriges Wasser vom inneren der Erde nach aussen abfliessen. Dadurch, dass wir die Abflüsse von innen verschraubt haben schweben sie etwa 2 cm über dem Boden. So kann das Wasser abfliessen. Die Abflüsse haben wir mit jeweils vier Schrauben befestigt und zum Abschluss mit viel Silikon abgedichtet. So kommt nur noch das Loch und das Metall vom Standfuss mit Wasser in Berührung. Den Silikon mussten wir dann gut trocknen lassen und machten mit dem Bauen weiter.

6. Randabschluss

Damit die Teichfolie und die Tacker am oberen Rand nicht mehr zu sehen sind, legten wir als Abschluss noch je eine Douglasiendiele pro Seite oben drauf und verschraubten diese. Wir machten das zuerst an den langen Seiten (200cm) und haben dann die kurzen Seiten gemessen und entsprechende Dielen zugeschnitten und ebenfalls verschraubt.

7. Silikonfuge

Nachdem wir das Hochbeet soweit fertig hatten, natürlich mega stolz auf uns, dass wir das so ohne Zwischenfälle hinbekommen haben 😄, ging es damit weiter eine Silikonfuge zu ziehen. Diese kam an oberen Rand unter der daraufliegenden Douglasiendiele. Ich zog mit der Silikonmasse aus der Tube immer wieder eine Linie und ebnete diese mit dem Finger und Wasser mit Spülmittel. Alle Kanten und Ecken in die Wasser eindringen könnte habe ich so bearbeitet. Da dies Fuge nicht gut sichtbar ist und auch überstrichen wurde, musste ich keine perfekten Fugen ziehen.

8. Farbe

Die Douglasiendielen haben wir mit Aussenfarbe für Holzhäuser in einem Anthrazitgrau gestrichen. Damit das Holz ,mithilfe der Farbe, vor dem Wetter geschützt ist. Auch alle Silikonfugen konnte mit der Farbe problemlos überstrichen werden. Natürlich kann jede Farbe die für den Aussenbereich zu benutzen ist, dafür verwendet werden. Wer gerne das Holz gerne in seiner eigenen Farbe belassen möchte, sollte das Hochbeet mit einem Klarlack zum Schutz streichen.

9.Bepflanzen

Der letzte Schritt bestand aus dem bepflanzen. Nachdem die Silikonfugen und die Farbe über Nacht getrocknet war, haben wir eine Schicht Kies in das Hochbeet gegeben. So kann das Wasser besser versickern. Darüber kam Erde, viel Erde 😄

Bepflanzt haben wir das Hochbeet mit verschiedene Blumen und Grünpflanzen, natürlich kann man aber auch Gemüse und Obst im Hochbeet einpflanzen.

Und fertig😄

Jetzt wünsche ich denen, die ebenfalls ein Hochbeet bauen möchten viel Spass und Erfolg😄

Liebe Grüsse

Meli

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